Die kleine Stadt in der wir hier urlaubend wohnen gibt sich angenehm wenig touristisch. Man begegnet eben also AUCH den Betriebsamkeiten des kretischen Alltags, der hier an der Küste natürlich sicher voll auf Tourismus gemünzt ist. Die beuligen Kleinlaster lastern mit ihren Lieferungen, Gütern und Energie- und Wasserversorgungsnetzinstandhaltungsapparaten durch die engen, alle irgendwie zum Markt führenden Straßen.

Als Tourist hat man einen weniger durch Arbeit strukturierten Tag. Was man hier körperlich in erster Linie macht ist: schwitzen. Am Strand, beim Wandern, bei irgendwelchen stadtbesichtigenden Herumlatschereien. Abends isst und säuft man sehr viel; Ouzo, Raki, karaffenweise Wein. Da unterscheidet sich der vermeintliche Individualtourist kaum vom neureichen Schmierlack im Luxusressort oder den sonnengegerbten, kackhaufenhaft solariumsgebräunten, besoffen an irgendwelchen Animationsprogrammen und folkloristischen Entdeckungstouren (mit ausreichend Sauf- & Shop-Stops) teilnehmenden Pauschalprolls in den Urlaubsbunkern. Ein bisschen gebräunt bin auch ich – eher so der „nordische Typ“, der Hitze, Menschen und redselige Geselligkeit nur in eher kleinen Dosierungen erträgt – trotz LSF 50 auch schon. Meint: schockrote, heiss puckernde Hautbereiche, an den wegen Creme-Ekel nachlässig eingeschmierten Stellen.

Meine Unlust am Sicheinreiben mit klebrig-pastösem Geschmadder muss wohl in der Kindergartenzeit wurzeln. Da wurde man gefühltermaßen dauernd und besonders vor dem Mittagsschlaf auf der Holzpritsche mit Florena eingesalbt. Aber zu dieser Zeit durften wir auch noch nicht nach Griechenland reisen.

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