Vom 15.09. bis zum 31.10.2017 sind in der Marienkirche zu Greifswald graphische Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Medien- und Informatikschule und eine Klanginstallation von Huey Walker zu sehen und zu hören.

Huey Walker – Installation für drei Gitarren und Graphitstift

Huey Walker - Installation in der Marienkirche, Greifswald (Photo: Martin Hiller)

Huey Walker – Installation in der Marienkirche, Greifswald (Photo: Martin Hiller)

Unter dem Titel „heute mir, morgen dir; hodie mini, cras tibi“ sind großformatige Graphitfrottagen der Grabplatten in der Marienkirche ausgestellt.

Die Audio-Installation von Huey Walker für drei Gitarren und Graphitstift greift das Thema klanglich und grafisch auf. Es geht um Zeit und was dazwischen liegt. Was zeitlich eben so passiert – einerseits kreiswärts rotierend, andererseits sanduhrig rieselnd.

Die Gitarren werden durch einen langsam rotierenden Motor gespielt. Zeitgleich zeichnet ein Graphitstift grafische Gebilde. Es entstehen so – über die Dauer der Ausstellung vom 15.9. bis 31.10. – scheinbar zufällige Musik und Grafiken.

Zeit als Rotation und Rieseln

Über die Ausstellungsdauer vom 15.9. bis 31.10. entstehen in der Installation in jedem Moment Klänge und grafische Gebilde, scheinbar zufällig, doch einem losen Muster der Rotation folgend. In den Wankungen und Schwankungen darin entstehen Abrieb und Artefakte. Es ist: Musik.

Video: Audio-Installation in der Marienkirche, Greifswald

Im Rahmen der Ausstellung „heute mir, morgen dir; hodie mini, cras tibi“

Die großformatigen Graphitabriebe der Grabplatten aus dem Haus der Marienkirche tragen eine lange Geschichte in sich. Die Ausstellung will sich diesen Geschichten annähern. Vom 15. September bis zum 31. Oktober 2017 ist die Ausstellung in der südlichen Westvorhalle der Greifswalder Marienkirche zu sehen.

Im Innern der Kirche befinden sich zahlreiche Grabsteine. Durch das jahrhunderte lange Betreten sind viele der Inschriften und Abbildungen nur noch schwer lesbar. Mit den Mitteln der Frottage und großformatigen Zeichnung wurden diese in einer begehbaren Installation wieder sicht- und erlebbar gemacht. Der Musiker Huey Walker greift das Spannungsfeld zwischen Heute und Morgen musikalisch auf. Seine Klanginstallation sucht, ähnlich den grafischen Auseinandersetzung mit den Grabplatten, nach Motiven, Abschürfungen, Spuren durch die Zeiten.

Zur Vernissage im Rahmen der Kulturnacht am 15.9. spielte Huey Walker zusammen mit der Klanginstallation eine Performance. Er ergänzte die dort entstehende Musik mit Improvisationen und verfremdeten Field Recordings aus der Marienkirche.