mittlerweile ist meine peergroup eingeschlafen, knutschend im morgennassen gras versunken oder sonstwie abhanden gekommen.

ich beschließe, obwohl ich unsicher bin, den weg im morgendlichen glimmer zurück zu finden, allein nach hause zu laufen. im caspar-david-friedrich-blick auf die stadt zu.

ich greife mir eine ungeöffnete flasche roséwein, die besitzerlos an einem baumstamm lehnt und gehe los. den breiten forstweg richtung landstraße. auf der quietschenden schranke hängt eine feuchte trainingsjacke. mattes morgenlicht taucht alles in eine klassenfahrtartige friedlichkeit, im asphalt puckert noch die restwärme des vortages.

die umrisse der musik sind noch mehrere kilometer weit zu hören.

ich öffne bei einer rast in einer bushaltestelle den wein und frage mich, wo eigentlich n. ist.
ich habe ihn schon lang nicht mehr gesehen.

am warmen gelb des ortseingansschilds schmieren sich die soßigen sonnenstrahlen entlang,
wie bratfett an butterbrotpapier.

die hartnäckigkeit des sommers ist jetzt gewöhnlich, fast freundlich geworden.
die leute müssen heute nachmittag sicher wieder ihren rasen mähen.

ganz unaufgeregt klingelt jetzt n. am handy.
ja, bushaltestelle, ist gut, ich warte hier, bis gleich.
ich freue mich.