gestern erwachte ich um 6 uhr, mit eingeschlafenem arm, und wie sich bei seinem aufwachen feststellte, ausgekugelter schulter.
also mal wieder in die notaufnahme.
dieses mal war gerade schichtübergabe und ich hatte keine grantigen nachtschichtler, die mich röntgten, umherschoben und missmutig an meinem arm zerrten, sondern einen doch recht liebe, auskunftsfreudige, entspannte hospital-crew um mich herum.
der assistentsarzt verpasste mir eine doppelt-als-üblich-dosis heroinersatz, die ich wahrscheinlich sonst auch immer bekam, dessen betäubende wirkung da aber nie so zu schätzen wusste, weil ich ja meist da mit 2-3 promille ankam.
warme wellen, eine watteweich-selige friedlichkeit und weitestgehende schmerzvergesslichkeit durchströmten meinen körper.
ich scherzte mit den schwestern und all den vielen kittelträgern, die da um mich herumwuselten, und wurde hie und da mit der komischen barre, auf der ich, wie eine muppetshowfigur, mit baumelnden beimen saß, umhergeschoben, von sprechzimmer x zu röntgenraum y usf.
als die oberärztin endlich mit radiologenberatung und stationsvisiten fertig war, widmete sie sich meinem arm – mit einem gefolge von einem halben dutzend mini-medizinstudenten. so kleine lustige bärchis, alle mit blöcken in der hand und mittelgroßer wissbegier, die da irgendwie hospitieren, beobachten, am praktischen objekt lernen sollten. und ich, oberkörper frei und völlig bedröhnt, urlaute des schmerzes gepaart mit legeren witzeleien über mein studium, über welches mich die ärztin, mich entspannt und abgelenkt machen wollend, ausfragte, von mir gebend.
da ich also statt 7,5 mg 15 von diesem schmerzmittel bekam, sollte ich noch da bleiben, zum ausnüchtern. bevor ich mich da also schlafen legte, kotzte ich allerdings noch ins waschbecken des röntgenraumes. so eins mit integriertem sieb, wo das kaum abfließt. aber auch hier wurden meine tausendfachen entschuldigungen und notdürftigen saubermachmaßnahmen mit krepppapier, taumelnd vom betäubungsmittel, gutmütig belächelt, und es wurden die putzfrauen, die noch vom morgen in den gängen herumwuselten, herbeigeordert, und ich schlief, vom scheppern und klappern und plappern ganz friedlich in einem nebenzimmer einen anderthalbstündigen, selten so erholsamen schlaf.

tja. und nun also operation und der ganze quatsch.