Wer mit offenen Ohren auf das Tun von Huey Walker schaut, dem wird gewiss sein, dass er in der Vergangenheit schon in der einen oder anderen musikalisch-textlichen Kooperation in Erscheinung getreten ist. Nun, im Dezember, diesem behäbigen Stubentiger unter den Monaten, geht er ohne Künstlernamen eine literarisch-klangliche Liaison mit drei Schriftstellerinen und Schriftstellern aus Rostock und Greifswald ein.

Kaschmir: Fragmente zu Tanz und Tod

Photo: Martin Hiller

Photo: Martin Hiller

Am 8. Dezember findet „Kaschmir: Fragmente zu Tanz und Tod (Text & Sound)“ im Koeppenhaus in Greifswald statt.

Für den Abend wird Martin Hiller, der sonst unter dem musikalischen Alias Huey Walker firmiert, unter bürgerlichem Namen in Erscheinung treten. Als Musiker begibt er sich meistenteils in freie Felder und lässt — unter Anwendung konzeptueller Prämissen — den Dingen, Zufällen und Eigenwilligkeiten im aleatorischen Sinne ihren Lauf.

Anders gesagt: das Fragmentarische ist in seiner Musik ein wiederkehrender Bestandteil. Mal als Ausgangspunkt; ein anderes Mal als Ziel: zum einen geht es hin von einem grieseligen Korn zu aufgehäuften Klangclustern; ein anderes Mal kann es auch umgekehrt, als Freilegung eines wesensprägenden Fragments aus einem vermeintlichen Chaos heraus praktiziert werden.

Text und Sound

Unter der Überschrift „Kaschmir: Fragmente zu Tanz und Tod (Text & Sound)“ treffen nun Texte und Töne aufeinander. Vielmehr: sie gehen eine organische Verbindung ein. Es lesen die Autorin und Universitätsdozentin Odile Endres, die Rostocker Autorin Henni-Lisette Busch und der — nach Biel, Bern und Galway in Irland — nun in Rostock lebende  Autor Beat Mundwiler. Martin Hiller — der „Bilder und Stimmungen eben immer auch als Geräusch“ wahrnimmt — wird durch verschiedene Saiten, Tasten und Schleifen von Sounds blättern. Schlussendlich entstehen so, aus den Fragmenten von Text und Sound eigene, neue, mal mehr, mal weniger fragmentarische Segmente.